IMG-20150412112.04.2015, Münsingen. Heute war es soweit, mein erster Marathon stand an.
Am Dienstag vorher hatte ich mit Pascal die Strecke schon mal abgefahren, daher wusste ich schon annähernd was mich erwartet.
Was ich nicht einschätzen könnte, war das Starterfeld und wie stark/schwach ich in Rennbedingungen wirklich war.
Den ganzen Morgen, die komplette Anfahrt war ich total aufgeregt. Bei der Ankunft habe ich auch direkt Andre getroffen und nach dem Abholen der Startnummern und dem Umziehen haben wir uns mit Pascal kurz warm gefahren.
Was habe ich mir alles für Gedanken gemacht…Taktik, Versorgung, Renneinteilung….
Jetzt stehe ich mit 608 Anderen in der Startaufstellung mit einem Puls von 140 Schlägen und alle Taktikgedanken sind dahin, jetzt heißt es nur noch „durchkommen und nicht stürzen“.
Und los geht’s, es ist viel zu eng hier, zu langsam, ich komme nicht richtig los…langsam gewöhne ich mich an das Fahren in dem großen Feld, zwischen all den anderen Fahrern.
Da kommt auf einmal Markus an mir vorbei und ich denke mir, da hänge ich mich dran und wir können ein paar Plätze gutmachen.
Bei Kilometer 4 kommt der erste Berg, ich bin jetzt wieder vor Markus, es wird noch enger, noch voller, noch langsamer. Es ist eigentlich zu langsam für mich.
Als ein anderer Fahrer an mir vorbei fährt und sich durch das enge Feld schlängelt, nehme ich mir ein Herz und hänge mich dran.
Die Taktik ist zurück, ich muss die erste Rennhälfte Gas geben, ich weiß, dass ich auf der zweiten Hälfte eh zurück falle, da ich nicht genug Grundlage habe.
Also, los geht’s, dran bleiben, am Berg drücken, in der Ebene Windschatten suchen und Bergab versuchen nicht zu stürzen.
Bei Kilometer 10 fängt die Bergsprintwertung an, das weiß ich. Ich weiß auch, dass die hart wird, sehr hart, vor allem wenn man sie nicht kennt.
Die Taktik scheint aufzugehen, die fast 2km bergauf bei durchschnittlich 7% Steigung kann ich gut drücken, auf den letzten 100m verlässt mich ein wenig die Kraft, aber ich bin zu diesem Zeitpunkt noch geschätzt irgendwo zwischen Platz 320 und 350.
Jetzt eine Gruppe suchen, Windschatten fahren. Die Gruppe, die ich jetzt finde passt ganz gut. Auf der Ebene schnell genug, aber nicht zu schnell. Bergab sind sie natürlich schneller, aber am Anstieg kann ich wieder aufschließen.
Es läuft gut, sehr gut. Die Hälfte des Rennens ich erreicht und ich merke dass ich einen Schnitt von über 22km/h habe, viel schneller als erwartet. Geil…und Kraft habe ich auch noch…
Noch, denn ab Kilometer 30 merke ich ganz deutlich, wie ich schwächer werde. Aber ich habe gut geplant, alle 30 Minuten drücke ich mir ein Gel rein, das rettet mich.
Die letzten Kilometer tun weh, ich beiße, ich kämpfe, ich verliere kaum Plätze und ich habe einen Windschatten. Das spart mir enorm Kraft. Auch an der fiesen Wiese. 🙂
Aber mein Windschattengeber wird auch schwächer und langsamer, ich gehe vorbei will selbst Windschatten geben und mich revanchieren, merke aber schnell, dass ich jetzt wieder allein unterwegs bin.
Ich fahre im Niemandsland, vor mir sind sie weg, nach hinten ist auch Luft. Ich komme aus dem Wald, aus dem Trail und sehe den Bikepark…
Endlich, gleich ist es geschafft, noch kurz konzentrieren, durch den Bikepark durch….Ziel!
11Uhr56 steht auf der Uhr. Kann das sein? Unter 2 Stunden gefahren, ich prüfe das Garmin…
Ja, Gewissheit, ich habe es in 1h56min geschafft und bin super happy. Das bedeutet am Ende Platz 362.
5 Minuten nach mit kommt Andre und weiter 10 Minuten später Markus ins Ziel.
Für den allerersten Marathon eine super Teamleistung.