Zum 7. Marchtal-Bike-Marathon habe ich mich recht spontan und unüberlegt erst zu Ostern angemeldet und das auch nur, weil André angemeldet war.

Hier warteten 54km bei ca.900hm auf uns, was machbar erscheint. Zwar war ich noch nie so einen langen Wettkampf gefahren, aber da soll ja nix heißen. In der Woche vor dem Wettkampf hat es recht viel geregnet und somit musste man mit einer nassen Strecke rechnen. Aus irgendeinem Grund war ich auch mal garnicht motiviert, aber ich dachte mir, ich habe ja nichts zu verlieren und versuche einfach durch zu kommen. Außerdem war ich gerade im Renovierungsstress und habe daher am Abend vor dem Wettkampf ein paar Bier und Ramazotti genossen… 🙂

Na gut, dann mal am Samstag morgen los nach Obermarchtal. Das Wetter versprach zumindest annähernd trocken zu bleiben. Die Gegend und das Städtchen Obermarchtal sind echt hübsch und schnuckelig.

Ich hatte mir mit André vorab überlegt, dass wir von recht weit vorn starten sollten, um schnell eine schnelle Gruppe zu finden. Mal wieder ging dieser Plan nach hinten los und wir waren wieder mitten drin in den „Pimmlern“. Den Start habe ich dann auch voll vergeigt und brauchte 5 Kilometer um eingermaßen nach vorn zu kommen und André wieder zu erreichen. Dann lief es erstmal ganz gut bis zum Ende der Südschleife nach ca. 20 Kilometern.

Danach ging es in die Nordschleife und hier bin ich jetzt irgendwie in ein kleines Loch gefallen und musste die Gruppe, in der auch André war, ziehen lassen und war nun allein unterwegs. Zwischendrin hatte ich mal den ein oder anderen als Gesellschaft. Auch ein kleiner Ausflug ins Gebüsch (konnte nicht mehr rechtzeitig bremsen) war dabei. Bei ca. Kilometer 30 bekam ich recht flotte Gesellschaft, wo ich mich sofort dran hängte. das lief super. Der Unbekannte hat mich dann eine Weile mitgezogen und als ich mich revanchieren wollte und die Führung übernehmen wollte, bekam er Krämpfe und musste abreissen lassen. Wir haben uns dann später im Ziel wieder gesehen und ich habe mich bedankt. 2016 revanchiere ich mich dann… 🙂

Jetzt war ich wieder allein und ich merkte, wie ich immer mehr einbreche. Die Aufholjagd am Start und die vielen Solo-Anteile haben mir zu viel Kraft genommen. Hin und wieder kam eine Gruppe, an die ich mich kurz dran hängen könnte…ich musste mich ab hier richtig quälen und ich dachte mehr als einmal an Aufgeben…

Kurz vor Ziel kam dann diese fiese Sau…ein Wiesenanstieg der bösesten Sorten und musste glatt absteigen, sonst hätte ich den Rest nicht geschafft…und dann war es soweit, ich erreichte Obermarchtal. Das gab mir den letzten Schub. „Wenn du es bis hierhin geschafft hast, schaffst du auch den letzten Kilometer ins Ziel“. Ich war nun wieder komplett allein, ich musste sogar einen Feuerwehrmann fragen, ich noch richtig bin. Jetzt noch eine Kurve, den letzten Berg, da höre ich schon André und den „Stadiosprecher“ wie sie mich hochschreien und ich gebe noch mal alles…geschafft 2:26h war für mich ein absolut akzeptable Zeit und Platz 95 (AK 40) war um Längen besser als erwartet.

Fazit: Ein sehr sehr schönes Rennen, in super toller Landschaft hervorragend organisiert und mit Quälcharakter…ich komme wieder…